Danke an Bluesolution

„Wir freuen uns sehr über die finanzielle Unterstützung“, sagt Michael Remke-Smeenk, ehrenamtlich tätiger geschäftsführender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.. Sie kann „die Welt zwar nicht retten, aber ein kleines Stück verändern“. Der Verein ist auch Träger des Weltladens an der Hansastraße 17, in dem ausschließlich fairgehandelte, meist auch BIO zertifizierte, Waren verkauft werden. In „fairen Schulstunden“ im Weltladen erfahren Schulkinder von dem arbeitsreichen und schlecht entlohnten (Arbeits-)Leben der Kinder in anderen Ländern. Sie können fairgehandelte Schokolade sowie Säfte probieren und wissen im Anschluss, dass beim Kauf dieser Waren „mehr bei den Bauern und Beschäftigten hängen bleibt“, erklärt Remke-Smeenk. Das hat beispielsweise zur Folge, dass die eigenen Kinder zwar immer noch nachmittags auf den Feldern helfen, aber morgens auf jeden Fall zur Schule gehen können, um mit entsprechender Bildung einen Beruf zu erlernen und um sich eine lebenswerte Zukunft zu sichern.

Sehr schlechte Löhne, mangelnde Bildung, Kinder- und Zwangsarbeit gehören für viele Menschen in Afrika, Asien und Südamerika zum Alltag. Doch diese Umstände sind so weit weg, dass sie uns häufig vergessen lassen, wie selbstverständlich beinahe jeder freiwillig einer Arbeit nachgeht und am Ende des Monats entsprechend dafür entlohnt wird. Davon können Grundbedürfnisse bezahlt und ein bisschen Luxus sowie Freizeit gestaltet werden. Die eigenen Kinder genießen eine Schulbildung und haben Zeit, sich in ihrer Freizeit zu entfalten. „Unsere Weihnachtsspende ruft uns das wieder ins Bewusstsein“, erklärt Rudolf Melching, Geschäftsführer der blue:solution software GmbH. Mit 2.000 Euro unterstützt das Softwareunternehmen aus Rheine in diesem Jahr gleich zwei regionale Projekte, die gerne etwas Gutes in den fremden Welten tun: 1.000 Euro fließen davon in die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. – Bildungsinitiative für den Fairen Handel.

Bildungsarbeit beseitigt Geschmacksängste

Erwachsene lädt der Verein zu fairen Weinproben und Kaffeetafel ein. Hier gilt es Berührungs- und Geschmacksängste zu beseitigen. „Wir zeigen, dass fairgehandelter Wein oder Kaffee nicht nur super schmeckt, sondern auch noch ergiebig ist“, betont Michael Remke-Smeenk.  So ist fairgehandelter Kaffee zwar deutlich teurer, aber aufgrund des guten Röstverfahrens und somit geringen Wassergehaltes, viel ergiebiger. Weniger Pulver sorgt auch für einen milderen Geschmack. Ein weiterer Tipp vom Experten: Schokolade mit Palmöl sei nicht nur schlecht für die Urwaldregionen, in denen zugunsten von Palmplantagen massive Rodungsarbeiten stattfinden, sondern auch ungesund, belastet die Herzkranzgefäße  Der faire Kakao wird ausschließlich aus Kakaobutter gewonnen; das Fett der Kakaobutter  wird fas t ganz aus dem Kakao gelöst und deswegen habe Fairtrade Schokolade einen höheren Kakaoanteil und sei somit viel gesünder. Bei  fairgehandeltem  Kakao, profitieren dann eben auch die Kakaobauern durch deutlich höher Löhne davon. Tipp für den Alltag ist das „Mittel zum Zweck“ in der Bildungsarbeit und das führt nicht nur für mehr Kundschaft im Weltladen, sondern eben auch für eine Nachfrageänderung im Großen. Die positive Folge: Fair Trade hält auch im Discounter Einzug. Auch die Nachfrage nach regionalen Produkten kann sich mit der Bildungsarbeit verändern. Denn es gehe nicht immer nur um fairen Handel für Asien, Afrika und Südamerika. „Auch unsere heimischen Bauern profitieren von fairen Produkten“, erklärt der 56-Jährige.

Plastiktüte gegen Jutebeutel getauscht

In den 1980er Jahren war für Remke-Smeenk klar: „Ich möchte etwas verändern und dem unüberlegten Konsum den Rücken kehren“, erinnert er sich. Schon damals tauscht er die Plastiktüte gegen die Jutebeutel und seine konventionellen Lebensmittel gegen fairgehandelte Waren ein. Als er 1999 mit seiner Frau nach Rheine zieht, setzt er sich für die Arbeit im Weltladen ein. Bei der Gründung des Vereins Arbeitsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. vor rund 40 Jahren hat der Verein 17 Mitglieder, heute sind es bereits 72. Im Weltladen können Kunden aus mehr als 500 Waren auswählen. „In unserem Weltladen können Haushalte fast komplett  ausgestattet werden“, erklärt er nicht ohne Stolz und macht deutlich: auch Fair Trade hat sich verändert.