„Es geht ums Geld! – aber es geht noch um viel mehr!“, so begrüßte Agnes Kessens  am Donnerstag, den 22. November, die zahlreichen Zuhörer im Weltladen an der Hansallee in Rheine. Zum Thema „Geld – Banken – Zukunft“ hatte das Weltladenteam unter Leitung von Agnes Kessens eingeladen. Vertreter der Organisation Urgewald, der Genossenschaft Oikocredit, der GLS-Gemeinschaftsbank, der Verbraucherzentrale NRW, der VR-Bank Steinfurt und der Sparda-Bank West darüber auf, wie Geld nachhaltig, klimafreundlich und sozial verantwortungsvoll angelegt werden kann.

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„Wo ist unser Geld? Eins ist sicher: Es ist nicht in der Bank!“, so Agnes Dieckmann von Urgewald e.V., einer Organisation für

Umwelt und Menschenrechte. Aber was machen die Banken mit unserem Geld? Sie finanzieren alles, was gebaut und hergestellt werden kann. Das kann ein Haus oder eine Firma sein, aber auch ein Atomkraftwerk, vielleicht sogar im Erdbebengebiet, die Herstellung von Streubomben und Landminen oder Kohleminen in Indien, die unsachgemäß abbauen und sogenannte „dirty profits“ erwirtschaften.  Für Anleger heißt es genau hinzuschauen, welche Bank Riesterprodukte, Fonds oder Aktien mit sauberem Investment anbietet. Sauberes Investment heißt, dass die Produkte in ökologischer, ethischer und sozialer Hinsicht nachhaltig sind. Um dies überprüfen zu können, braucht es hohe Transparenz der Banken, die offen darlegen, nach welchen Kriterien sie Kredite vergeben.

Barbara Rück von der Verbraucherzentrale NRW in Bochum zeigte in ihrem profunden Vortrag auf, wie Kunden herausfinden, welche ethisch-ökologische Anlage zu ihnen passt.  Demnach müssen Geldanlagen  bedarfsgerecht, transparent, verständlich und kostengünstig sein und  den persönlichen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Dazu hat die Stiftung Warentest Tipps erarbeitet, die über die Verbraucherzentralen erhältlich sind.  

Im Anschluss an diese allgemeinen Ausführungen gaben Vertreter von Banken konkrete Informationen zu nachhaltigen Anlagemöglichkeiten.

Die Genossenschaft Oikocredit wurde durch Josua Schwenk vertreten. Oikocredit sei vor allem im globalen Süden aktiv, berichtete Schwenk, bisher viel in Lateinamerika und Asien, seit kurzer Zeit aber vor allem in Subsahara. Es werden vor allem landwirtschaftliche Projekte und Projekte zu erneuerbaren Energien unterstützt. Oft werden Kleinstkredite vergeben, häufig an Frauen, da diese in der Regel gut wirtschaften und verlässlich zurückzahlen.

„Geld ist für die Menschen da!“, bekräftigte Thorsten Holstein von der GLS-Bank in Bochum. Diese Bank besteht seit 44 Jahren und finanziert nur sozial-ökologische Projekte. Sie wird nur in Bereichen menschlicher Grundbedürfnisse aktiv:  bei erneuerbaren Energien, bei ökologischen Nahrungsmitteln vom Feld über den Laden bis zum Kunden, bei Wohnprojekten, im Bildungsbereich, bei sozialer Versorgung wie Kultur, Behinderteneinrichtungen, Hospizen, Seniorenhäusern.  Und Holstein zeigte sich besonders erfreut, dass die GLS Bank in diesen Tagen den ersten Preis als kundenfreundlichste Bank bekommen hat, zum neunten Mal in Folge.

Auch zwei Vertreter von Banken in Rheine berichteten über ihre nachhaltigen Produkte. Jürgen Brinkmann von der Volksbank Rheine verwies auf eine Studie, die besagt, dass es in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg von Menschen gibt, die sich für nachhaltige Anlagen interessieren. Ausschlusskriterien für viele Anlagen seien die Beteiligung etwa am Bau von Landminen, Streubomben, oder an Tierversuchen. Richtschnur sei hier der ESG–Scorewert der Nachhaltigkeitsdatenbank, der Aufschluss über die Investitionen der Anlagen gibt.

Ludger Fiekers von Comfort Finance, die mit der Sparda-Bank West zusammenarbeitet, stellte die nachhaltigen Anlageprodukte seines Institutes vor. Er verwies dazu noch auf die INAF, das Institut für nachhaltiges Finanzwesen, das nachhaltige Geldanlagen prüft und Investments mit Nachhaltigkeitssiegel prüft, so dass man sich auch zu Hause online  informieren kann.

Nach den umfangreichen Informationen gab es die Möglichkeit, bei Snacks von der Bäckerei Wintering und fair gehandelten Säften und Weinen weiter zu diskutieren und sich auszutauschen. Und für diejenigen, die denken: Ich allein kann ja doch nichts ändern! wurde der Dalai Lama zitiert: „Wenn du denkst, du bist zu klein, um etwas zu bewirken, dann versuche doch mal, mit einer Mücke in einem Raum zu schlafen.“

Die Referent*innen:

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